Musiker und Dichter im Werk von Gerhard Marcks

Gerhard Marcks (1889-1981) beschrieb sich mehrmals als „Musikbanause“, dennoch war er ein eifriger Konzertbesucher und wacher Beobachter. Auf kleinformatigen Papieren entstanden während der Darbietungen lebendige Skizzen der agierenden Musikerinnen und Musiker, die er im Atelier zu Plastiken und Druckgrafik formte.

Tief berührte ihn die Geschichte des Orpheus, wie sie der römische Dichter Ovid in seinen „Matamorphosen“ schildert. Marcks befasste sich mit dem mythischen Sänger zwischen den Jahren 1924 und 1959. Orpheus galt ihm als Sinnbild des Künstlers, der von den Göttern begnadet und letztlich von ihnen verlassen wurde.

Unter ähnlichen Vorzeichen kann auch Marcks‘ Rezption der Lyrik Friedrich Hölderlins gelesen werden, die in mehreren Hozschnitten Gestalt fand.

(Text: Frau Dr. Veronika Wiegartz, stellv. Direktorin des Gerhard-Marcks-Hauses, Bremen und Kuratorin der Ausstellung)

Ausstellung vom 09.05. bis 11.07.2026